Kilauea: Halema’uma’u auf Wachstumskurs

Auf diesem Schiebebild sieht man, wie dramatisch die Veränderungen am Halema’uma’u-Krater sind. Das Erste Bild mit der Aschewolke stammt vom 15. Mai, das 2. Bild vom 22. Juni 2018. Der Krater ist deutlich gewachsen und breitet sich immer weiter zum Rand der Caldera hin aus. Die Bilder stammen von der Panorama-LiveCam des HVO.



Anak Krakatau mit weiterer Asche-Eruption

Das „Kind des Krakataus“ eruptierte erneut eine Aschewolke. Diese kollabierte und verursachte einen Aschestrom (debris flow) der den Fuß des Kegels erreichte. Die Seismik ist weiterhin erhöht. Der bisher letzte größere Vulkanausbruch am Anak Krakatau ereignete sich im Jahr 2012. Seitdem gab es nur sporadisch kleinere Eruptionen. Zwischen 2007 und 2011 war Krakatau hoch aktiv. Damals öffnete sich in der Vulkanflanke ein neuer Schlot, welcher sich zu einem Krater erweiterte. Mittlerweile hat sich dieser soweit aufgebaut, dass er Gipfelhöhe erreicht hat.

Bromo mit Asche-Dampfwolke

Der Bromo auf Java wird ebenfalls wieder munterer. Es wurde eine Dampfwolke gemeldet in der auch Vulkanasche enthalten sein soll. Die Alarmstufe bleibt vorerst auf „gelb“. nach wie vor existiert eine 1 km Durchmessende Sperrzone. im August ist wieder das Kasada Fest, bei dem Hindus zum Kraterrand pilgern und dem Gott Brahma opfern. Bei diesen Gelegenheiten werden Sperrzonen meistens ignoriert.

Kilauea: Jaggar Museum wird geräumt

Am Kilauea auf Hawaii geht die Eruption weiter. Innerhalb einer Woche wurden mehr als 4000 Erdbeben registriert. Die meisten Erschütterungen manifestieren sich unter der Gipfelcaldera. Inzwischen muss man damit rechnen, dass die Gebäude des HVO und Jaggar-Museums, welche auf dem Rand der Caldera liegen, stark beschädigt werden, oder sogar im Schlund des wachsenden Halema’uma’u-Kraters verschwinden. Man bring das Inventar der Gebäude in Sicherheit, dazu zählen auch die Exponate des Jaggar-Museums, wie das Bild der Vulkangöttin Pele.

Kirishima: neue Explosionen

Am Vulkan auf der japanischen Insel Kyushu kam es erneut zu einer Serie explosiver Eruptionen. Vulkanasche stieg dabei bis auf einer Höhe von 5 km ü.NN. Der Vulkan ist in diesem Jahr besonders aktiv.

Sinabung mit Tremor

Gestern Nachmittag (Ortszeit) eruptierte der Sinabung auf Sumatra. Auf der Seismik sieht man starken Tremor, der an einem Paroxysmus erinnert. Das VAAC Darwin registrierte Vulkanasche in 3 km Höhe ü.NN. Augenzeugenberichte liegen noch nicht vor. Es könnte sein, dass der Vulkan zum Zeitpunkt der Eruption in den Wolken hing. Solche Situationen sind für die Bevölkerung besonders gefährlich: sollte es zu pyroklastischen Strömen kommen, die plötzlich aus den Wolken kommen, bleibt kaum Zeit zur Flucht.

Kilauea: Halema’uma’u-Krater wächst

Am Gipfel des Vulkans geht das Wachstum des Halema’uma’u-Kraters ungebremst weiter. Vor 2 Tagen fiel der Parkplatz am Overlook-Vent in den Krater. Der Overlook-Rim-Drive endet nun unvermittelt am Halema’uma’u. Die Straße und der Parkplatz waren bereits seit 2008 gesperrt, da der Parkplatz direkt oberhalb des Lavasees lag, welcher im Jahr 2008 entstand. Der Lavasee hielt sich 10 Jahre. Viele Fragen sich, ob es wieder einen neuen Lavasee geben wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist groß, allerdings können Jahrzehnte vergehen, bevor sich die Magmakammer wieder soweit füllt, dass dem Vulkan das Magma bis zum Hals, bzw. Gipfel steht. Bilder, wie ich sie 2016 vom Lavasee machte, wird es für lange Zeit nicht mehr geben.

Die anhaltende seismische Tätigkeit setzt der Infrastruktur des Nationalparks mehr und mehr zu! Es bilden sich Risse in Straßen, Mauern und den Gebäuden. Das HVO und das Jaggar-Museum leiden. Die Gebäude stehen auf dem Caldera-Rand und der Halema’uma’u-Krater rückt diesem immer mehr auf die Pelle. Doch bis die Gebäude tatsächlich vom Krater verschlungen werden, wird noch viel Lava in Leilani eruptiert werden müssen.

Die Eruption im unteren Ostrift ist stabil, mit ganz leicht rückläufigen Tendenzen. Lava wird ausschließlich aus Spalte 8 eruptiert, die anderen Spalten dampfen nur noch. Es haben sich nun seit mehreren Wochen keine neuen Spalten mehr gebildet. Solange die Lava aus Spalte 8 entweichen kann, scheint die Gefahr neuer Rissbildungen gering zu sein. Die Geschwindigkeit der Lava wird im oberen Bereich des Stroms mit 7,7 m/s angegeben. Es werden ca. 100 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Wie lange das so weiter gehen wird ist ungewiss. Die Eruption könnte Monate, ja sogar Jahre andauern.

Der Lavastrom aus Leilani mündet bei Kapoho in das Lavadelta und verteilt sich dort. Das Lavafeld ist an seiner Front gut 1700 m breit. Es sind derzeit 2 ocean entrys aktiv. Das neu entstandene Land ist instabil und es wird eindringlich davor gewarnt, das Lavadelta zu betreten. Es drohen Kollaps-Ereignisse. Zudem kann man von Lavaströmen umzingelt werden. Dieser Tage wurden auch viele tote Tiefseefische angeschwemmt.

Kilauea: Zugang zur Eruption schwierig

Ich werde immer wieder gefragt, wie man denn zu den Spalten in Leilani kommt? Diesbezüglich machten mich 2 befreundete Fotografen auf einen Artikel aufmerksam, in dem über drakonische Strafmaßnahmen berichtet wird: Leute, die das Sperrgebiet unbefugt betreten, werden mit 5000 USD Bußgeld belegt. Es drohen sogar Gefängnisstrafen! Ausländische Touristen bekommen zudem einen Akteneintrag. Zukünftige Einreisen mit ESTA könnten erschwert werden. In den letzten 10 Tagen wurde mehr als 1 Dutzend Personen aufgegriffen, die sich illegal im Sperrgebiet aufhielten. Zudem berichtete einer der Fotograf, der sich bis vor Kurzem auf Hawaii aufhielt, dass man inzwischen Suchhubschrauber einsetzt, um Schaulustige zu jagen. Nachts sogar mit Suchscheinwerfern! Argument für die hohen Strafen ist, dass sich die Sicherheits- und Rettungskräfte in Gefahr begeben müssten, um die Leute draußen zu halten, bzw. zu bergen, falls es zu einem Unfall kommen sollte.

Legal dürfen sich in Leilani nur Anwohner aufhalten, denen ein entsprechender Ausweis ausgestellt wurde. Trotzdem sah ich auch genug Schaulustige und Fotografen vor Ort, die sich ins Sperrgebiet geschlichen hatten, oft mit Hilfe von Anwohnern. Die Sicherheitskräfte patrouillieren die ganze Nacht in den Straßen des weitläufigen Wohngebiets.

Journalisten und Pressefotografen haben die Möglichkeit an geführten Pressetouren teilzunehmen, die unter Aufsicht der Nationalgarde durchgeführt werden. Dazu muss man sich in der Feuerwehrstation Pahoa akkreditieren. Allerdings kann man sich nicht frei im Sperrgebiet bewegen, sondern wird auf jeder Tour zu einer bestimmten Lokation gefahren. Man arbeitet unter Zeitdruck.

Ich persönlich habe mir vor Ort oft die Frage gestellt, warum es für Anwohner keine Begrenzungen gab und diese überall herum klettern konnten, alle anderen aber strengsten Regeln unterworfen wurden. Es ist schon verständlich, dass es Regeln in einem Sperrgebiet geben muss, fände es aber sinnvoll, wenigstens ein begrenztes Kontingent an Zuschauern zuzulassen, zumal der personelle Aufwand dort alles abzusperren und zu überwachen sowieso extrem hoch ist.

Kilauea: Erdbeben Mw 4,6

Unter der Südostflanke des Vulkans bebte die Erde mit einer Magnitude von 4,4. Das Hypozentrum lag in 6 km Tiefe in Küstennähe. Der Erdstoß wurde sogar in Hilo gespürt. Es wurde allerdings kein Tsunami-Alarm ausgerufen, dafür war das Erdbeben zu schwach. Die Seismik unter der Gipfelcaldera ist wieder zur Höchstform aufgelaufen und es wird bald das bekannte Entlastungsbeben/Explosion statt finden. Eine Animation des USGS zeigt eindrucksvoll, wie sich Caldera und Halema’uma’u-Krater verändert haben.

Die Eruption in Leilani-Kapoho geht weiter. In Bezug auf die Aktivität hat sich in den letzten 24 Stunden wenig geändert. Das kann man von der Landschaft nun nicht mehr behaupten: Um Spalte 8 hat sich ein großer Schlackenkegel gebildet. Der größte Teil des Lavafontänen werden nun vom Rand des Kegels verdeckt. Das Lavadelta am ocean entry hat die gesamte Bucht von Kapoho aufgefüllt und ragt weit ins Meer hinaus. Nun droht der Kollaps der neuen Küstenlinie.

Kadovar eruptiert Aschewolke

In den letzten Monaten hörten wir wenig vom entlegenen Vulkan in Papua Neuguinea. Gestern ging vom Kadovar eine Aschewolke aus, die eine Höhe von 2 km über dem Meeresspiegel erreichte. Unklar ist, ob die Eruption vom Gipfelkrater ausging, oder vom Lavadom an der Küste. Der Dom soll noch leicht aktiv sein, allerdings fehlen genaue Daten über Art der Aktivität.

Krakatau: Zunahme der Aktivität bestätigt

Das Erwachen des Anak Krakatau wir von weiteren Quellen bestätigt. Neben der kleinen Ascheeruption von gestern, wird auch von einer vermehrten fumarolischen Tätigkeit berichtet, welche Gaswolke aufsteigen lässt. Die Seismik ist deutlich erhöht und sieht so aus, als würden bereits kleinere Explosionen statt finden. Es scheint in der Tat so zu sein, als würde der Vulkan mit einer neuen eruptive Phase beginnen.

Sinabung mit Eruption

Ein weiterer Vulkan Indonesiens schafft es heute wieder in die Schlagzeilen: der Sinabung auf Sumatra eruptierte eine Aschewolke. Diese stieg 3,3 km ü.NN auf. Es wird Tremor registriert, der allerdings auch künstlichen Ursprungs sein könnte.

Anak Krakatau mit kleiner Aschewolke

Endlich  scheint es soweit zu sein, dass Anak Krakatau zu neuem Leben erwacht! Nach langjähriger Pause wurde nun eine Aschewolke gesichtet, die vom Gipfelkrater aus aufsteigt. Sie erreicht eine Höhe von ca. 400 m über dem Krater und wird vom Wind verfrachtet. Auf MIROVA wird eine moderate thermische Anomalie in Höhe von 17 MW angezeigt. Erst vor 3 Tagen hatte ich gepostet, dass die Fumarolen-Temperaturen zeigen, dass das Magma hoch im Fördersystem steht. Ob sich aus der Ascheneruption eine stabile eruptive Phase entwickelt, werden die nächsten Tage zeigen. Bis der Vulkan durchstartet könnten noch einige Tage/Wochen vergehen.

Das Bild wurde in unserer FB-Gruppe „volcanoes and volcanism“ gepostet. Mittlerweile haben sich dort mehr als 3000 vulkanbegeisterte Personen aus aller Welt zusammengefunden und tauschen sich über Vulkane aus.

Anak Krakatau zählt zu den aktivsten und bekanntesten Vulkanen Indonesien. Die junge Vulkaninsel bildete sich in der Caldera des legendären Krakatau, welcher sich 1883 in einer gigantischen Eruption selbst zerstörte. Anak Krakatau bedeutet soviel wie „das Kind Krakataus“: die Vulkaninsel tauchte erst in den 1920iger Jahren auf. Seitdem kommt es immer wieder zu eruptiven Phasen, welche durchaus stark werden können.

Island: Erdbeben bei der Blauen Lagune

Auf Island ereigneten sich in den letzten 24 Stunden gleich 3 Erdbebenschwärme. Die bekannteste Lokation dürfte die Blaue Lagune bei Grindavík sein. Dort manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 3, dem weitere schwächere Erdbeben folgten. 2 weitere Erdbebenschwärme wurden unter dem Herdubreid und Öræfajökull registriert.

Bei der Blauen Lagune handelt es sich um ein sehr beliebtes Thermalbad, zwischen Reykjavik und Keflavik. Die Touristen baden dort praktisch im Kühlwasser des nahen Geothermalkraftwerks. Das Wasser ist von türkisblauer Farbe, welche von Kieselgur herrührt. Eine ähnliche -wenn auch deutlich kleinere- Anlage findet sich im Norden der Insel beim See Myvatn.

Mayon: explosive Eruptionen

Der philippinische Vulkan Mayon eruptiert seit gestern wieder Vulkanasche. Das VAAC Tokyo registrierte 3 Eruptionen, von denen die Größte Vulkanasche bis in einer Höhe von fast 6 km aufsteigen ließ. Auf einem Video sieht es so aus, als wären kleine pyroklastische Ströme erzeugt worden. Seit einigen Wochen wird wieder leichte Inflation registriert. Sporadisch ereignen sich vulkanotektonsiche Erdbeben,die auf Magmenaufstieg hindeuten. Ob dies der Beginn einer neuen eruptive Phase ist, oder ob es sich um einzelne phreatomagmatische Eruptionen handelt, wird sich in den nächsten Tagen beweisen.

Kilauea: leichter Rückgang der Fördermengen

Die Eruption auf Hawaii geht weiter, allerdings wurde gestern Mittag ein leichter Rückgang der geförderten Lavamenge beobachtet. Nichts desto trotz kann die Eruption als stabil bezeichnet werden. Die meiste Lava quillt aus Spalte 8, welche eine Lavafontäne produziert. Der kanalisierte Lavastrom ist gestern schmaler geworden. Die Lava verteilt sich auf dem großen Delta an der Küste und erreicht an einer Stelle das Meer. Dort mündet die Lava unterseeisch im Wasser. Spalte 6 wurde reaktiviert und es wurde Rotglut beobachtet. Geringe Mengen Lava treten aus den Spalten 16 und 18 aus.

Unter der Gipfelcaldera ereignete sich ein weiteres Explosionsbeben der Magnitude 5,3. Der Mechanismus hinter diesen Ereignissen wäre es Wert genauer erforscht zu werden, das es schon sehr ungewöhnlich ist, dass regelmäßig Erschütterungen der gleichen Stärke erzeugt werden. Interessant ist, dass das HVO die Messskala der Bodendeformation nun auch in Meter anzeigt. So wird der bisher abstrakte Wert veranschaulicht. Die GPS Station am Gipfel senkte sich seit Beginn der Eruption um fast 2 m. Am  Pu‘u ‘Ō‘ō waren es o,4 m.

Fernandina Rückgang der Aktivität

Auf der Galapagos-Insel La Cumbre lässt die Stärke der Eruption nach. MIROVA registriert eine Wärmestrahlung von 2680 MW, was auf einen deutlichen Rückgang der geförderten Lavamenge hindeutet. Der Ausbruch begann vor 2 Tagen und förderte in den ersten Stunden erhebliche Lavamengen.

Japan: Erdbeben fordert Menschenleben

Im Westen der japanischen Insel Honshu bebte die Erde mit einer Magnitude von 6,1. Das Hypozentrum lag unter der Metropole Osaka in 14 km Tiefe. Mindestens 3 Menschen starben und ca. 230 Personen wurden verletzt. Unter den Todesopfern befindet sich ein kleines Mädchen, das von einer einstürzenden Schwimmbeckenwand erschlagen wurde. Auch die beiden anderen Opfer wurden von umstürzenden Wänden und einem Bücherregal erschlagen. Verheerende Verwüstungen blieben aus, da viele neue Gebäude der Region erdbebensicher gebaut sind. Die Atomkraftwerke der Region blieben scheinbar unbeschädigt. Eine Katastrophe wie sie sich 2011 in Fukushima ereignete ist nicht zu befürchten. Trotzdem zeigt dieses Beben einmal mehr, wie hoch die Erdbebengefahr in Japan ist. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die nächste große Naturkatastrophe ereignen wird.

Guatemala: Erdbeben Mw 5,6

In Guatemala bebte die Erde mit der Magnitude 5,6. Das Epizentrum lag 40 km südlich der Hauptstadt und damit unweit der Vulkane Paccaya und Fuego. Das sich das Beben in eine Tiefe von mehr als 120 km manifestierte, sind große Schäden ausgeblieben. Trotzdem könnte der Erdstoß die Aktivität der Vulkane beeinflussen, welche allerdings ohnehin schon tätig sind.

Osterinseln: Erdstoss Mw 5,8

In der Osterinseln-Region ereignete sich ein Erdbeben der Magnitude 5,8 in nur 10 km Tiefe. Solche Beben sind schon in der Lage kleine Tsunamis auszulösen, doch bisher liegen keine Berichte vor, dass dies geschehen ist.

Hawaii: Seismik hoch

Unter der Gipfelcaldera geht die seismische Party weiter: Fast im Minutentakt ereignen sich Erdbeben mit Magnituden größer 2. Alles deutet wieder auf ein baldiges Entlastungsbeben/Explosion hin. Das letzte dieser Erdbeben manifestierte sich gestern Nachmittag und hatte eine Magnitude von 5,3.

Fernandina: Spalteneruption mit sea entry

Auf der Galapagos-Insel La Cumbre ist erneut der Vulkan Fernandina ausgebrochen. 9 Monate nach der letzten Eruption öffnete sich eine lange Spalte, aus der Lavafontänen gefördert werden. Diese speisen Lavaflüsse, welche bereits das Meer erreichten. Die Spalte verläuft entlang des Kraterrandes auf der Nordseite der Vulkaninsel. Der Ausbruch begann heute nach einer kurzweiligen seismischen Krise gestern. Das stärkste Beben brachte es auf Mw 4,1 und lag in 4 km Tiefe. Da sieht man mal, wie schnell Magma aufsteigen kann.

MIROVA registriert eine extrem hohe thermische Strahlung von 11594 MW. Es wird sehr viel Lava gefördert. Der letzte Ausbruch verlief ähnlich stark, dauerte aber nur wenige Tage.

Kilauea: Eruption geht weiter

Laut MIROVA emittiert der Kilauea eine Wärmestrahlung von 19654 MW und toppt damit sogar noch die Eruption des Galapagos-Archipels. Die meiste Lava wird aus Spalte 8 gefördert und fließt durch einen kanalisierten Lavastrom Richtung Ozean. Die Lavafontäne erreicht eine Höhe von 65 m. Sie überragt den Schlackenkegel um den Schlot nur um 10 m.

Die Subsidenz des Halema’uma’u-Kraters hält an. Das HVO registrierte bis zu 35 Erdbeben pro Stunde. Eine Explosion, die tief unten im Fördersystem saß und die seismische Energie eines Erdbebens der Magnitude 5,3 hatte, soll die Spannung aus dem System genommen haben. Seitdem finden wieder weniger Erdbeben statt. Ich stelle mir die Frage, wie explosive Eruptionen Spannungen im Gestein abbauen können? Wenn die stärkeren Erdbeben quasi unterirdische Explosionen sein sollen, sind es die kleineren Erschütterungen vielleicht auch?

Popocatepetl eruptiert 2 Mal

Nach einigen Wochen mit eher geringer Aktivität meldete sich „El Popo“ gleich mit 2 Explosionen zu Wort, die Vulkanasche bis zu 2 km über Gipfelhöhe aufsteigen ließen. Die Aktivität fand bei schönstem Wetter statt. Zudem wurden 64 schwache Exhalationen registriert und ein vulkanotektonisches Erdbeben der Magnitude 3. Popocatepetl ist nicht nur der höchste Vulkan in Mexiko, sondern auch einer der Aktivsten.

Sakurajima: explosive Eruption

Am Sakurajima ereigneten sich heute 2 explosive Eruptionen, die deutlich größer waren als die Alltäglichen: sie förderte Vulkanasche bis in einer Höhe von 6,3 km. Laut VAAC Tokyo verfrachtete der Wind die Asche Richtung Westen und Osten. Westlich des Vulkans liegt die Großstadt Kagoshima. Dort und in angrenzenden Orten kam es zu starkem Asche-Niederschlag. Die Eruption manifestierte sich aus dem Gipfelkrater. In einem (unbestätigten) Medienbericht ist sogar von einem Lavastrom auf der Südwestflanke die Rede. Sakurajima ist Japans aktivster Vulkan. Er liegt auf einer Halbinsel in der Bucht von Kagoshima. Die gleichnamige Stadt ist 10 km entfernt.

Gunung Agung mit Explosionen

Der Vulkan auf Bali legt auf einmal deutlich zu und eruptierte in den letzten 24 Stunden 2 Mal. Bei der ersten Eruption gestern stieg die Vulkanasche bis in einer Höhe von fast 8 km auf. Bei der 2. Eruption heute stellte das VAAC Darwin Asche in 4,7 km Höhe fest. Die Eruptionen spiegeln sich in der Seismik des Vulkans wieder. Anzeichen von Magmenaufstieg gibt es ansonsten nicht. Wie ich in einem Artikel im letzten Jahr schrieb, differenziert das Magma im Magmenkörper und verändert sich chemisch. Durch diesen Prozess kann Gas freigesetzt werden, welches nun die Explosionen antreibt.

Ebeko eruptiert regelmäßig

Der entlegene Vulkan auf der Kurileninsel Paramushir taucht seit einigen Wochen immer mal wieder in den Meldungen des VAAC Tokyos auf. In den vergangenen Tagen häufen sich diese Meldungen und der Vulkan scheint regelmäßig strombolianisch zu eruptieren. Die Vulkanasche steigt dabei bis in Höhen von 3 km auf, was gut 1,8 km über Gipfelhöhe des Ebeko ist. By the way: die Kollegen von Volcano Discovery planen in diesem Sommer eine Expedition zu den Vulkanen der Kurilen.

Krakatau mit Wärmesignal

Vom Anak Krakatau geht ein schwaches-moderates Wärmesignal aus, das von starke fumarolischer Tätigkeit herrührt. Eruptionen sind bisher nicht zu erkennen, allerdings deuten die Fumarolen-Temperaturen darauf hin, dass das Magma hoch im Fördersystem steht.

Ol Doinyo Lengai mit hot spot

Am Berg Gottes scheint wieder Lava im Krater auszutreten. Auf einem aktuellen Satellitenbild von Sentinel 2 sieht man einen roten hot spot, der diese Vermutung nahe legt. Vor 2 Jahren bildete sich im Nordosten des Kraters ein recht hoher Hornito aus Natriumkarbonat, der mittlerweile zum großen Teil erodiert ist. Vielleicht baut sich in der aktuellen Tätigkeitsphase ein neuer Lava-Kamin auf. Ol Doinyo Lengai liegt im tansanischen Teil des Riftvalleys und fördert die kälteste Lava der Welt.

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